Zwischenbilanz der internationalen Rotkreuzhilfe
(20.01.2010) Berlin - Ein zweites Erdbeben hat den Inselstaat Haiti erschüttert. Die Lage ist schlimmer denn je. Über 400 haitianische und internationale Rotkreuzhelfer sind im Land und jeden Tag erreichen mehr Hilfsgüter das Katastrophengebiet. Das Rote Kreuz zieht nach einer Woche Soforthilfe eine erste Bilanz.
Wasservorsorgung
Allein am 17. Januar versorgte eine Trinkwasser-Einheit in Port-au-Prince 24.000 Menschen mit 120.000 Liter Wasser. In den kommenden Tagen wird das Rote Kreuz voraussichtlich 200.000 bis 400.000 Menschen täglich mit Wasser versorgen können.
Medizinische Versorgung
Ein Hospital unterstützt bereits das Universitätskrankenhaus in Port-au-Prince. Die Einrichtung mit 70 Betten kann 200 Verwundete pro Tag versorgen. Ein großes Hospital vom Deutschen Roten Kreuz mit 250 Betten wird Haiti Ende dieser Woche erreichen und für eine Bevölkerung von 250.000 die medizinische Versorgung sichern.
Zwei mobile Gesundheitstationen sind bereits vor Ort im Einsatz und behandeln Verletzte. Die Stationen bieten medizinische Versorgung für jeweils etwa 30,000 Menschen. Eine dritte Gesundheitsstation wird Haiti in den nächsten Tagen erreichen.
Hilfsgüterlieferungen
Über 60,000 Familien erhalten Hygieneartikel, Küchensets, Plastikplanen, Moskitonetze, Decken und andere notwendige Hilfsgüter für die erste Nothilfe.
Mehr als 500 Tonnen Hilfsgüter wurden bis jetzt mobilisiert und werden in den nächsten Tagen in Haiti erwartet, um an die Betroffenen schnellstens verteilt zu werden, insbesondere für die dringende Unterbringung in Zelten und Behelfsunterkünften.
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften hat bereits insgesamt Gelder in Höhe von 105.7 Millionen Schweizer Franken (73 Millionen Euro) bereitgestellt, um den Menschen in Haiti über einen Zeitraum vom drei Jahren zu helfen.
Suchdienst
Am 18. Januar waren bereits 22.000 Menschen auf der vom IKRK (Int. Komitee vom Roten Kreuz) initiierten Webseite www.icrc.org/familylinks registriert, um vermisste Angehörige zu finden.
“Diese Katastrophe wird uns über Jahre hinweg nicht loslassen, so wie die Erinnerungen an die Menschen, die wir verloren haben”, sagte Dr. Michaele Gedeon, Präsident des Haitianischen Roten Kreuzes. “Ich kann mich nicht genug bedanken für die Hilfe, die unser Land bisher erreicht hat.”
Die internationale Rotkreuzhilfe setzt sich zusammen aus den koordinierten Hilfsmaßnahmen vieler Rotkreuzgesellschaften z.B. aus Spanien, Kanada, Norwegen, USA, Finnland u.v.m. Das Deutsche Rote Kreuz ist wichtiger und aktiver Partner in dieser Zusammenarbeit.
Auch schon vor dem Erdbeben vom 12. Januar war das Rote Kreuz mit Hilfsprojekten in dem Inselstaat aktiv. Jetzt ist die Lage schlimmer denn je. Sorgen Sie dafür, dass die Hilfe weitergeht!
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Stichwort: Haiti



